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Erklärung der Barcamps

Einen Teil der „Energiewende kompakt“ gestalten wir als Barcamp. Dabei sind Sie mit Ihrem Fachwissen, Ihren Ideen und Fragen aufgerufen, sich selbst einzubringen. Hier die wichtigsten Punkte, die Sie zum Barcamp wissen müssen.   

Was ist ein Barcamp? 

Ein Barcamp ist ein offenes partizipatives Veranstaltungsformat mit dem Fokus auf Mitgestaltung, Austausch und Vernetzung. Als Veranstalter geben wir den Rahmen vor. Die Inhalte bestimmen und gestalten Sie als Teilnehmende jedoch selbst mit.

Warum haben wir uns für das Barcamp als Veranstaltungsformat entschieden?

Der Barcamp-Charakter der „Energiewende kompakt" ermöglicht ein individuelles Programm, das Ihre aktuellen Fragestellungen und Themenschwerpunkte in den Mittelpunkt stellt – natürlich immer mit Blick auf die zentralen Themen des Tages: die Energie- und Wärmewende.

So können Sie Ihr Wissen zu ausgewählten Themen vertiefen, eigene Erfahrungen und Perspektiven einbringen und leicht mit anderen Teilnehmenden in den Austausch kommen.

Wie läuft das Barcamp bei der „Energiewende kompakt" ab?

Bei „Energiewende kompakt" finden insgesamt drei Barcamp-Runden, sogenannte Sessions, statt. Jede Session dauert 40 Minuten.

Welche Themen in den Sessions behandelt werden, legen wir gemeinsam mit Ihnen in einem Abstimmungsprozess am Veranstaltungstag fest. Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre Expertise, Ideen und Fragen als Sessiongebende einzubringen. Sollten Sie Interesse haben ein Thema für eine Session einzureichen, so können Sie dies bis zum 09.11. einreichen.

Sie können entweder selbst eine Session anbieten oder an den Sessions teilnehmen, die Sie interessieren.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Lena Beller unter lena.beller@kea-bw.de.

Im Folgenden finden Sie die bisher eingereichten Themen für die Barcamp-Sessions einschließlich einer kurzen Beschreibung der jeweiligen Inhalte.

EEG 2027 – Neue Geschäftsmodelle für Bürgerenergieakteure

Lukas Winkler, Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband

Das EEG 2027 verändert die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien grundlegend: Die klassische Einspeisevergütung verliert an Bedeutung, Direktvermarktung und Marktintegration werden wichtiger. Gleichzeitig eröffnen Energy Sharing, Speicher, regionale Stromvermarktung und die Kombination verschiedener Erzeugungsanlagen neue Chancen. Für Bürgerenergiegenossenschaften und andere lokale Akteure stellt sich daher die zentrale Frage: Wie können aus den neuen Rahmenbedingungen tragfähige Geschäftsmodelle entstehen?

Wärmeplanung – und dann? Häuslebesitzer lückenlos bis zur Umsetzung begleiten

Dr.-Ing. Friederike van den Adel, greenventory GmbH

Die Wärmeplanung steht – doch wie gestalten wir für abwartende Häuslebesitzer eine nahtlose "Sanierungs-Reise" (Customer Journey), ohne sie auf halber Strecke zu verlieren? In diesem interaktiven Workshop skizzieren wir diesen perfekten Begleitprozess und packen gemeinsam einen kommunalen Werkzeugkasten. Ob analoges Bürgergespräch oder digitale Plattform, ob knappes Budget oder personelle Vollausstattung: Wir erarbeiten clevere Lösungen, die sich an jede kommunale Realität anpassen lassen und die Menschen vom Plan ins echte Handeln bringen.

Strom, Wärme, Kälte: Warum die getrennte Betrachtung an ihre Grenzen kommt

Dr.-Ing. Bernd Petraus, berta & rudi

Energiesysteme wurden lange gewerkeweise geplant: die Wärmeversorgung nach Heizlast, die Stromversorgung nach Anschlussleistung, die Kälte separat. Mit hohen Anteilen erneuerbarer Erzeugung trägt diese Logik nicht mehr. Die Energiearten bestimmen sich gegenseitig. Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt von den Laufzeiten der Wärmepumpe ab, die sinnvolle Speichergröße vom Lastgang der Wärmeseite, und industrielle Abwärme lässt sich überhaupt erst im Verbund der Energien, inkl. Netze, bewerten. Wer die Komponenten einzeln optimiert, erhält in Summe selten das beste System.

In der Session zeigen wir an konkreten Konstellationen (bspw. PV + Speicher + Wärmepumpe bei Netzreaktivität oder Abwärmenutzung im industriellen Umfeld), wo die Wechselwirkungen den Ausschlag geben, und diskutieren gemeinsam, woran die integrierte Betrachtung in der Praxis noch scheitert.

Auf dem Weg zum Wärmenetz: Genehmigung und kommunale Umsetzung in der Praxis

Nina Seiler, Becker Büttner Held

Der Weg hin zum konkreten Wärmenetz führt durch verschiedene Planungs-, Genehmigungs- und Verwaltungsprozesse – von einer möglichen Ausweisung von Wärmenetzausbau- und -neubaugebieten nach dem Wärmeplanungsgesetz über planungsrechtliche Fragen bis hin zu einem möglichen Anschluss- und Benutzungszwang. Der Vortrag beleuchtet wesentliche rechtliche Weichenstellungen und zeigt aus der Praxisperspektive von Kommunen und kommunalen Versorgern, welche Verfahren frühzeitig bedacht, koordiniert und rechtssicher gestaltet werden sollten.

Wärmenetze mit Contracting – Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung

Christian Kaiser, KEA-BW und Netzwerk für Contracting-Beratung BW

Wie lassen sich Wärmenetze erfolgreich entwickeln, finanzieren und betreiben? Das Fachforum stellt Contracting anderen Betriebsmodellen gegenüber und zeigt die wichtigsten Unterschiede auf. Welche Vorteile bietet Contracting, und welche Hürden gibt es zu überwinden?

Im Mittelpunkt steht ein Praxisbeispiel-Projekt: von der Projektidee über die Entwicklung und Suche eines geeigneten Contractoren bis zur Umsetzung werden Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze vorgestellt.

Abschließend bleibt Zeit für Fragen, Diskussionen und Austausch

Wärmenetze finanzieren und erfolgreich umsetzen – Kommunale Praxisbeispiele und Erfolgsmodelle

Jan Thomas Heß GP JOULE Wärme GmbH & Co. KG

Im Vortrag erfahren Sie anhand konkreter kommunaler Praxisbeispiele, wie Wärmenetze nach der KWP erfolgreich finanziert, geplant und umgesetzt werden können. Dabei werden Erfolgsmodelle die sich in der Praxis bewährt haben aufgezeigt und welche Förder- und Finanzierungsoptionen zur Verfügung stehen.

Sie erhalten praxisnahe Einblicke, wie Kommunen Wärmenetze als Baustein der Wärmewende aufbauen und die Wärmewende vor Ort erfolgreich voranbringen können.

Für Bürgermeisterinnen, Klimaschutzmanagerinnen, Bauleiterinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen.

Wärmeversorgung aus dem Gewässer - Ein erster Check von Flusswärmepumpen für die Fernwärme

Christian Wolff, Fraunhofer Institute für Solare Energiesysteme ISE

Kann ein Fluss eine klimafreundliche Wärmequelle für ein Wärmenetz sein? In dieser Session diskutieren wir, wie sich die Eignung eines Standorts für Flusswasserwärmepumpen schnell und fundiert einschätzen lässt. Welche Daten werden benötigt? Welche technischen, ökologischen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen sind relevant? Und wo steht die Forschung heute?

Aus Freiburg vom Fraunhofer ISE bringen wir Erfahrungen aus der Forschung sowie ein Webtool für eine erste Potenzialabschätzung mit. Die Session richtet sich an Kommunen, Stadtwerke, Planende und alle, die Flusswärme für die Wärmeversorgung mitdenken möchten.

Agri-PV Projekte erfolgreich umsetzen

Jonas Steur & Gabriel Frittrang, solmotion project GmbH

Erfolgreiche Umsetzung der AGRI-PV in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft speziell, außerhalb der Sonderkulturen.

Praxisbeispiele aus der Ackerwirtschaft und der Weidehaltung und der engen Zusammenarbeit mit den Kommunen.

Wind und Solar im Dialog mit der Natur – Wege zu einer naturverträglichen Energiewende

Pia Schmidt, NABU BW & Fiona Schlecht Dialogforum Energiewende und Naturschutz

Wind, Sonne und Natur - geht das zusammen? Lasst uns Perspektiven, Erfahrungen und Ideen gemeinsam auf den Tisch bringen, kontroverse Fragen diskutieren und schauen: Was braucht es, damit die Energiewende im Einklang mit der Natur gelingt? Egal ob Fachwissen, Praxiserfahrung, Fragen oder einfach Neugier - hier ist Raum zum Mitdenken, Mitreden und Vernetzen.

Wärmenetztransformation und Großwärmespeicher zusammendenken

Magdalena Berberich, Dirk Mangold, Solites

Die Transformation bestehender Wärmenetze erfordert es, Erzeugung, Netz und Speicherung als Gesamtsystem zu betrachten. Großwärmespeicher können dabei ein wichtiger Baustein sein, um zeitliche Unterschiede zwischen klimaneutraler Wärmeerzeugung und Wärmebedarf auszugleichen. Nach einem kurzen fachlichen Impuls diskutieren wir gemeinsam, wann Speicher sinnvoll in Transformationsstrategien integriert werden sollten und welche Erfahrungen es aus Planung und Praxis gibt. Die Session richtet sich sowohl an Interessierte mit ersten Berührungspunkten als auch an Fachleute mit konkreten Projekterfahrungen.